48 Stunden in Doha – Lohnt sich Doha überhaupt? Highlights in Doha

Ein Kurztrip von 48 Stunden in Doha – Meine Highlights

Lohnt es sich für 2 Tage nach Doha zu reisen und die Stadt zu erkunden? Die Frage haben mir sehr viele gestellt, sogar die Flugbegleiter-/innen von Qatar Airways fragten, was ich denn in Doha möchte.
Also 48 Stunden in Doha – Lohnt sich Doha überhaupt? Highlights in Doha.

Nun ja, ich habe vor ein paar Monaten an einer Stadtrundfahrt von Qatar Airways teilgenommen. Diese dauerte 4 Stunden und das war mir etwas zu kurz. Vor allem da es nur dunkel war und man nicht besonders viel sehen konnte.

In Doha könnt ihr aber auch super Ausflüge buchen. Über unseren Partner GetYourGuide habt eine breite Auswahl an Touren, die in Doha und Katar durchführbar sind.

Daher entschied ich mich meine Meilen für einen Flug nach Doha (First Class nach Doha mit Qatar Airways) einzulösen und die Stadt selber zu erkunden. Ohne Guide, ohne Tour. Und auch ein wenig ohne Plan. Man kann zwar viele Touren buchen, so auch über GetyourGuide.com . Das lohnt aber nicht, wenn man alleine reist. Die meisten Touren sind für 2 Personen ausgelegt und es muss auch immer für 2 gebucht werden.
Aber ich wollte ja eh viel selber sehen und entdecken. Gibt es denn überhaupt etwas zu entdecken? Lohnt es sich in Doha unterwegs zu sein?

Blogparade – „Die perfekten 48 Stunden in…”

travelers-insight.com hat die Blogparade „Die perfekten 48 Stunden in …“ gestartet und was wäre da passender, als mit unserem Artikel daran teilzunehmen. Schließlich ist er genau das, was dieses Thema ausmacht. Und nicht extra dafür geschrieben.

Tag 1.

Doha Compound – Die Innenstadt

Mein erster Weg führte mich ein wenig durch die Innenstadt. Wobei es hier nicht viel gibt, außer Büro- und Behördengebäude. Ok, alles ist sehr groß, neu und modern gehalten. Jedoch nichts für Touristen.

Hier wird kräftig gebaut. Alles wir für die WM 2022 hergerichtet und vieles neugebaut. Das berichteten mir viele, die hier arbeiten. Ob nun in den Hotels oder Taxifahrer. So machte ich mich auf den Weg vom Hotel in Richtung der Mall, die war übrigens auch von meinem Hotelfenster aus zu sehen. Mein ersten Punkt für diesen Tag.

Nach kurzer Zeit erreichte ich die City Center Mall.

City Center Mall

Für einkaufswillige Touristen ist hier sicher der richtige Platz in Doha. Das moderne Einkaufszentrum ist riesig. Hier gibt es wirklich alles mögliche an Geschäften, wobei auch hier noch nicht alles fertig und bezogen ist.

Und das hier in der Wüste alle ein wenig verrückt und größenwahnsinnig (natürlich positiv gemeint) sind, merkt man auch in der Mall. Im Keller gibt es eine Eisbahn. Nicht in einer eigenen Halle, nein direkt im Eingangsbereich.

Shoppen wäre hier also schon gut möglich. Aber dafür bin ich nicht hier. Also weiter gehts.

Die Corniche Road – Strandpromenade von Doha

Dann führte mein Weg in Richtung der Strandpromenade. Dachte ich zumindest. Ich wählte nämlich den falsch Weg und war in Mitten des Botschaftsviertels.

Keiner auf den Straßen zu Fuß unterwegs. Wobei das in Doha keine Seltenheit ist. Hier wird nicht spaziert, hier fährt man mit seinem Auto oder lässt sich von A nach B fahren.

Doha für Fußgänger eine Qual

Für Fußgänger ist die Stadt eine absolute Qual. Versucht mal eine drei oder vierspurige Straße zu überqueren ohne Ampel oder Zebrastreifen. Gut, die Zebrastreifen interessieren hier eh keinen und an den paar Fußgängerampeln wartet man eine gefühlte Ewigkeit auf die Grünphase, die genauso schnell wieder vorbei ist, wie sie plötzlich auftauchte.


Durch Doha führen eine drei und eine vierspurige Straße durch das Zentrum. Und durchkreuzten auch meine Wege. Es war echt immer wieder eine Herausforderung diese Straßen zu überqueren. Manchmal ist die nächste einfach Ampel kilometerweit entfernt. Wie gesagt, man geht hier nicht, man fährt.

Es gibt aber auch einen Weg, den man gut gehen kann. Das ist die Strandpromenade. Dazu aber unten mehr.

Aber zurück zur Promenade. Oder erstmal durch das Botschaftsviertel. Fotografieren ist hier im gesamten Viertel verboten. Nicht nur die Botschaften darf man nicht aufnehmen, auch die andere Uferseite wird einem nicht gestattet. Dies wurde mir von einem Wachmann erklärt. Sehr höflich allerdings. Ich muss zu meiner Entschuldigung sagen, dass auf meinem Weg nicht ersichtlich war, das hier fotografieren verboten ist bzw. das Botschaftsviertel liegt. Dieses Schild steht nämlich nur auf der Hauptstraße entlang der Promenade.

Dann erreichte ich den Sheraton Park. Endlich mal wieder etwas Grünfläche.

Der Sheraton Park

Der Park ist schön gemacht und liegt natürlich am Sheraton Hotel, der auch Namensgeber ist.

Und ich war sehr überrascht. Überall waren Menschen verteilt. Familien mit ihren Kindern, Paare die in in der Sonne saßen oder lagen. Es waren aber Einwohner der Stadt, keine Touristen die sich hier einen schönen Tag machten. Touristen sah ich bisher überhaupt nicht. Geschäftsleute, Einheimische und Einwohner, aber keine Touristen.

Die Promenade führt vom Sheraton Park bis zum Museum für islamische Kunst. Und ist wirklich sehr lang. Sehr breit und sehr lang. Aber es gibt hier einfach nichts. Keine Stände, keine Geschäfte. Nichts was auch ansatzweise Menschen hierhin locken würde.

Am Abend ging ich noch in Richtung Souq Waqif und war vom Hotel bis dorthin über eine gute Stunde zu Fuß unterwegs. Wie gesagt, man geht hier nicht, man fährt.

Was man aber dann unterwegs sehr schön sehen und fotografieren kann, ist die Skyline von Doha. Die sehr bunt leuchtend daher scheint. Selten so viel Farbe in einer Skyline gesehen.

Souq Waqif – traditioneller Markt in Doha

Eine Sache, die man hier in Doha wirklich besuchen sollte. Das ist der Souq. Hier gibt es hunderte kleine Geschäfte. Ob nun Stoffe, Kleider, Schmuck, Tee oder Gewürze. Hier kann man shoppen und handeln. Das ist eins der Highlights in Doha, das man sich ansehen sollte. Egal ob man ein paar Stunden oder Tage hier ist.

Man kann sich aber auch einfach in eine der vielen Cafés setzen oder eine Sisha bestellen. Ich schlenderte durch die Gassen und was ich erstaunlich fand. Man wird kaum angesprochen. Bleibt man aber vor einem Laden stehen, wollen die Verkäufer natürlich ihre Ware anbieten. Alle sehr höflich und gesittet. Kein Vergleich mit anderen Ländern, in denen man quasi in den Laden gezogen wird.

In zwei Läden habe ich dann auch etwas für zu Hause gefunden. Wenn man hier einfach nur abwinkt oder “no thanks” sagt, wird man einfach in Ruhe gelassen. Es geht hier alles eher gelassen und ruhig ab.

An diesem Tag, es war Dienstag Abend, war auch nicht so viel los. Man konnte gut und ohne Gedränge durch die kleinen Gassen laufen und in Ruhe alles bestaunen. Während meiner Stadtrundfahrt damals war es Wochenende und hier einfach zu viel los. Da strömten die Massen durch die engen kleinen Gassen des Souq.

Man sagte mir, das man vor allem gegen Abend dem Souq einen Besuch abstatten soll. Dann wäre es schöner und interessanter. Einen Vergleich habe ich zwar nicht, aber ich vertraute darauf.

Nach einiger Zeit verabschiedete ich mich vom Souq und machte mich auf den Weg zum Hotel. Und diesmal auch nicht zu Fuß. Nach insgesamt 17.2km, die ich an diesem Tag zurückgelegt habe, wollte ich einfach nur mit dem Taxi heim.

Taxi fahren in Doha

Wer nun Angst hat in Doha übers Ohr gehauen zu werden, der braucht sie nicht zu haben. Die offiziellen Taxen haben alle eine Taxameter. Und es ist günstig von A nach B zu gelangen. Für die Fahrt vom Souq zum Hotel habe ich knapp 12 Riyal bezahlt. Also knapp 3€.

Für eine Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel in Doha Compound, ca. 25 Minuten, zahlt man ca. 60-70 Riyal. Alleine 25 Riyal ist schon der Startpreis. Den hat man in der Stadt für eine normale Fahrt nicht.

Für die Fahrt zum unten beschriebenen The Pearl-Qatar habe ich 14 Riyal bezahlt. Vom Hotel au bzw. zum Hotel.

Tag 2.

The Pearl-Qatar

Am zweiten Tag besuchte ich die, seit 2006 mit dem Bau begonnene, künstliche Insel “The Pearl-Qatar”. Eines der Highlights in Doha. Vieles erinnert hier ein wenig an die künstlichen Inseln aus Dubai. Es soll aber angelehnt an das andalusische oder an die Toskana sein. Der Stil und die Architektur ist für meinen Geschmack gelungen und nicht so aufdringlich oder unbedingt pompös gemacht.

Hier entstehen Häuser für mehr als 30.000 Einwohner. Und auch viele Geschäfte, Cafés und Restaurant gibt es rund um den Hafen des Pearl. Der erste Yachthafen ist schon fertig und wie man auf den Bildern sieht, ist hier auch schon gut was los.

Erst beim Überflug auf meiner Heimreise sah ich, dass dort noch einer zweiter Yachthafen gebaut wird. Dieser ist wie der komplette hintere, zum Meer gelegene Teil, noch nicht ansatzweise fertig.

Aber bis das hier alles fertig ist, wird es noch ein paar Jahre dauern. Viel ist einfach noch nicht offen. Die Geschäfte wirken verwaist und die Cafés sind teilweise komplett leer.

Ich saß zum Beispiel gegen Mittag ganz alleine in einem Café. Hier verirren sich bisher auch nur wenige Touristen hin. Am Anfang des gesamten Komplexes sah ich aber ein paar Touristengruppen, die mit einem Bus hierher gebracht wurden. Es tut sich also etwas in Sachen Tourismus.

Aber vielleicht sieht es hier am Abend auch ganz anders aus. Das weiß ich leider nicht und ich wollte es auch auch Abends nicht herausfinden.

Den Rest des Tages nutze ich das schön warme Wetter und machte ein wenig Sport im Fitnessstudio des Hotels und lag am Pool.

Doha – Meine persönlichen Eindrücke

(Super Blue Moon – nicht zu sehen über Doha, aber groß und schön hell war er trotzdem dem Abend)

Also eins muss ich klar feststellen. Katar scheint auf den ersten Blick sehr weltoffen. Die Menschen sind freundlich und freuen sich sehr auf ausländische Touristen, auch aus dem Westen. Und as ist doch auch bei einer Reise das wichtigste. Ich fühlte mich hier sicher und sehr wohl. Auch wenn ich alleine unterwegs war. Nicht ohne Grund, den Katar ist eins der sichersten Länder der Welt.

Einreisevorrausetzungen – Visumfrei für den deutschen Reisepass

Man merkt, dass sich hier erheblich was tut, um touristisch interessanter zu werden. Gerade da viele Länder nun auch Visumfrei einreisen können für 3 Monate. Das war vor einem Jahr noch ganz anders. Da musste man ein Visum beantragen, ein wenig später wurde das Arrival Visum für 25€ angeboten und nun ist die Einreise Visumfrei. (natürlich für den deutschen Reisepass gesprochen). Ein erster Schritt in die Richtung, das Land offener zu gestalten für andere Nationen.

Einen Strandurlaub kann man hier sicherlich auch machen. Dafür braucht man aber ein Hotel mit eigenem Strand. Und das haben natürlich nur die großen und teureren Hotels. Es gibt zwar öffentliche Strände zwischen der Innenstadt und The Pearl-Qatar, dort kommt man aber auch nur mit dem Taxi hin oder man läuft ein wenig länger. An öffentlichen Stränden ist es aber noch für Frauen verboten im Bikini am Strand zu liegen. An den Privatstränden sieht das natürlich anders aus.

Wie gesagt, Katar öffnet sich langsam für Touristen aus aller Welt.

Ob es irgendwann für Pauschal- oder Individalurlauber etwas preiswertere Hotels direkt am Strand gibt, wird die Zeit zeigen. Vor allem ist die Frage, ob das überhaupt gewollt ist.

Doha, oder besser Katar, ist gerade dabei sich touristisch zu öffnen. Ob das jetzt nur an der WM 2022 oder an dem Boykott, den einige arabische Staaten gegen das Land verhängt haben, kann man schlecht beurteilen. Sollte es aber hier so weitergehen, wird sich Katar während der FußballWM als guter Gastgeber präsentieren. Und nicht nur während der WM, hier finden schon seit Jahren diverse Sportveranstaltungen statt. So z.b. Tennisturniere. Das Land ist eben Sportbesessen.

Vielleicht ist das auch ein Grund, warum man sich für viele Länder der Welt öffnet. Ich denke, dass bald viel mehr Touristen den Weg in das Land finden. Am Anfang eher die Individualtouristen, und in den nächsten Jahren vielleicht auch die ersten Pauschaltouristen

Aber das ist nur meine Prognose.

Ich jedenfalls würde Katar für einen Stopover von einer oder zwei Nächten immer wieder besuchen. Für einen längeren oder sogar einen richtigen Urlaub sehe ich für mich noch nicht das Potential.

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Comments

  1. Moin,

    tolle beschriebene Eindrücke von Doha. The Pearl sagt mir aufgrund Deiner Bilder am meisten zu. Wenn alles bis zur WM fertig ist, werden sicher auch mehr Touristen nach Doha fliegen.

    Beste Grüße

    Tobias

    1. Hi Tobias,

      vielen Dank.
      Ich bin selber sehr gespannt, was sich in den nächsten Jahren noch so alles tut in Doha bzw. Katar allgemein. Und ich denke auch, dass bald mehr Touristen dort auch richtig Urlaub machen werden.

      LG Sebastian

  2. Spannende Eindrücke. So wie du das beschreibst, scheint mir Qatar aber eher als ein Ziel interessant zu sein, das man einmal auf einem Stopover besucht und nicht unbedingt für eine eigene Reise, so wie du das gemacht hast. Denn wer zum Beispiel nach Südostasien will oder auch nach Australien und keine Lust hat, so lange am Stück zu reisen, kann den Flug in Doha sehr gut unterbrechen.

    Wie sieht es eigentlich aus mit Touren in die Wüste? Ich kenne auch eine Flugbegleiterin, die in Doha lebt. Sie meinte, dass einizige wirklich interessante seien Wüstentouren.

    Gruss,
    Oli

    1. Hi,

      Genau so sehe ich das bisher auch. Als Stopover für 1-2 Nächte absolut mal zu empfehlen.
      Für einen längeren oder echten Badeurlaub ist es noch zu früh.

      Die Touren bzw. eine Tour in die Wüste hätte ich gerne gemacht. Aber alleine hätte ich den Preis für 2 zahlen müssen und das war mir zu viel.
      Aber es soll sehr interessant und schön sein. Oder der Norden, wenn man Archologie mag.

      LG Sebastian

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