Tipps für die Nordlicht Fotografie – Vom Anfänger für Anfänger

Die Nordlicht Fotografie

Jeder der die Nordlichter sehen möchte, der will natürlich auch ein paar Bilder davon machen. Um genau diesen Umstand geht es in diesem Artikel. Da wir mittlerweile oft im Norden unterwegs waren und sicherlich auch weiter sind, haben wir ein paar Erfahrungen mit der Fotografie der Nordlichter machen können. Tipps für die Nordlicht Fotografie – Vom Anfänger für Anfänger.

Sicher, es gibt genügend hilfreiche Blogeinträge zur Fotografie bei Nacht und auch zur Nordlichtfotografie, aber wir wollen uns dem trotzdem anschließen und unsere Erfahrungen weitergeben. Vor allem da vieles einfach zu kompliziert für den Laien ist. Bist du also ein Fotografieprofi, wirst du hier eher schmunzeln und keine Tipps finden. Für alle die gerade anfangen oder sich vorab das erste mal informieren wollen, für die haben wir hier ein paar Tipps.

 

Also alles vom Anfänger für Anfänger.

 

 

Grundausstattung zur Nordlicht Fotografie

 

Die Kamera – digitale Spiegelreflex

Was benötigt man überhaupt, um die Nordlichter einzufangen. Na da wäre zum einen eine Kamera.

Ob nun eine gute Kompaktkamera, die ja teilweise auch einen manuellen Modus anbieten, oder eine Spiegelreflexkamera, das bleibt jedem selber überlassen.

Wir können hier aber nur über eine digitale Spiegelreflexkamera berichten.

Damals hatten wir uns für eine gebrauchte Canon 1000D entschieden. Um überhaupt auszuprobieren, ob die Fotografie etwas für einen ist, muss man nicht hunderte von Euros ausgeben. Testet es erstmal mit einer guten Gebrauchten.

Wichtig hierbei ist einfach die Möglichkeit des manuellen Modus, auswechselbare Objektive und Langzeitbelichtung.

Nach gut fast 2 Jahren haben wir dann eine Canon 80D gekauft. Die Kamera ist sicherlich für meine Kenntnisse ein wenig zu professionell, aber ich komme gut mit ihr klar und bekommen gute Fotos hin.

 

Der manuelle Modus

Wichtig jedenfalls für die Nordlichtfotografie – stellt die Kamera in den manuellen Modus.

Nur in diesem Modus könnt ihr die besten Fotos machen. Warum das ganze? Na ihr könnt in diesem Modus die Belichtungsdauer, den ISO Wert und die Blende einstellen.

Oben links M – manueller Modus
6″                      – Belichtungsdauer 6 Sekunden
F2.8                  – Blende – kleinste Einstellung des Tamron Objektiv
ISO4000         – Einstellbarer ISO Wert – 100 – 245000 bei meiner Canon

Das wären die wichtigsten Einstellungen.

 

Ein Stativ und der Fernauslöser

Wichtig für die Fotografie in der Nacht ist ein Stativ. Die gibt es in allen Varianten auf dem Markt. Ich habe jetzt das vierte Modell, da ich nie richtig zufrieden war. Für den Anfang reicht aber locker ein Modell zw. 20-30€.
Beim Thema Fernauslöser streiten sich die Geister. Ich mach es mal so mal so. Unterschiede habe ich nie festgestellt. Bei einem guten Stativ wackelt auch nichts.

Aber warum überhaupt ein Stativ? Kann ich die Kamera nicht einfach festhalten?

Klar kann man das, aber dann wird bei einer längeren Belichtungsdauer das Bild unscharf. Man kann die Kamera nämlich nicht ruhig halten. Jede Bewegung nimmt die Kamera auf und dann verwackelt das Bild. Und das will sicher keiner.

 

Das Objektiv

Weiter ist ein Objektiv wichtig. Hier solltet ihr ein wenig auf die Werte der verschiedenen Objektive.
Gerade je kleiner die Blende einstellbar ist, desto besser werden auch die Bilder später. (f-Wert)

Aber auch mit größeren Werten lassen sich die Nordlichter gut einfangen.

Und die Brennweite sollte klein sein.
Wir hatten bei unserem Sigma Objketiv 18mm und jetzt mit dem Tamron 17mm.

Einstellungen am Objektiv

Wenn ihr Objektive mit AF – also dem Autofokus, oder mit automatischen Stabilisatoren, dann müssen diese am Besten ausgestellt werden. Der AF auf jedenfalls.

Wichtig bei allen Objektiven, es muss manuell auf unendlich gestellt werden. Sonst werden die Bilder unscharf.
Dafür dreht ihr einfach an dem Einstellrad am Objektiv. Solltet ihr bis zum Anschlag gedreht haben, wird das Bild leicht unscharf. Also muss etwas zurück justiert werden, damit man die Unendlichkeitseinstellung gefunden hat.

 

Sigma Objektiv 17mm mit f3.5 – 5.6

 

 

Tamron Objekti 17mm mit f2.8

Aufnahmedauer war bei beiden Bildern aber unterschiedlich. Oben waren es 30 sek und unten 6 sek.
Und wo wir gerade dabei sind:

 

Die Langzeitbelichtung

 

Wer die beiden Bilder oben vergleicht wird bis auf die Stärke der Nordlichter nicht viel unterschied sehen. Die Stärke liegt ja auch an der Natur und nicht an der Kamera.
Aber ein gravierender Unterschied ist die Dauer der Belichtung.

Mit dem Sigma Objektiv 17mm f3.6-5.8 mussten wir die Belichtungsdauer auf 30 Sekunden einstellen, um gute Bilder zu machen. Anders war es mit der Canon 1000D nicht möglich gute Bilder zu machen. Ich habe es probiert.

Durch das neue Tamron 18mm f2.8 konnten wir die Dauer der Belichtung deutlich herunter stellen. So konnten wir sehr schöne Bilder mit 4 – 8 Sekunden machen.

 

30 Sekunden

 

6 Sekunden

 

Spielt einfach ein bisschen mit der Langzeitbelichtung. Ihr werdet für eure Kamera schon die richtige Einstellung finden. Es gibt nämlich nicht DIE Einstellung für die Nordlicht Fotografie. Neben der Belichtungsdauer und der Blendöffnung gibt es noch eine dritte Sache, die man beachten muss.

 

Der ISO Wert

 

Neben den beiden oben beschriebenen Dinge der Kamera und Objektivausstattung ist der ISO Wert wichtig. Damit wird die schöne Farbe der Nordlichter deutlich. Ob nun heller, dunkler, natürlich oder übertrieben. Jeder so wie er seine Bilder mag.

 

800 ISO

1600 ISO

2500 ISO

3200 ISO

4000 ISO

5000 ISO

6400 ISO

 

25600 ISO – Etwas überbelichtet

Man muss gucken, wie ISO, f-Wert und Belichtungsdauer zusammen spielen. Am Anfang ist immer ein gesundes Mittelmaß am günstigsten.
Ich fange meist mit 5 Sekunden, ISO 3200 und f2.8 an. Dann kann ich abschätzen, wo ich etwas an den Werten drehe. Außer der Blende, die bleibt bei mir immer auf dem niedrigsten 2.8 Wert.

 

 

 

Das perfekte Foto – Tipps für die Nordlicht Fotografie

 

Tja, das ist und bleibt das schwierigste. Und es ist für jeden auch anders wahrnehmbar.
Ich würde einfach empfehlen sich mit der Kamera VOR einer Reise vertraut zu machen. Ich habe damals den Fehler gemacht und die Funktionen nicht wirklich getestet.

Im dunkeln und kalten ist es dann schwierig, wenn man die Kamera nicht kennt. Oder sich vielleicht nur eine Kamera geliehen hat.

Wenn man diese paar Tipps beherzigt, dann wird auch jeder sein perfektes Foto machen können.

 

 

Nachbearbeitung zu Hause

Wie das perfekte Nordlichtfoto für einen aussieht, ist Geschmacksache. Ich mag sie eher natürlich.

Aber ohne Nachbearbeitung geht es nicht. Den Grad bestimmt jeder selber.

Es war in dieser Nacht richtig dunkel. Nur die Städte in weiter Entfernung leuchteten in den Himmel.
Das Nordlicht sah man genau so auch mit dem Auge.

Also habe ich am Rechner zu Hause nur ein wenig das Weißrauschen des Bildes herausgenommen und das Bild etwas verdunkelt.

Bei vielen Bildern, die man im Netz sieht, wird so an der Farbe und an den Reglern gedreht, dass es einfach übertrieben gut aussieht.
Aber man kann erkennen, ob etwas natürlich aussieht oder extrem bearbeitet wurde. Gerade wenn man die Nordlichter schon ein paar mal Live gesehen hat.

Ich zeige euch mal, was ich mit Bearbeitung der Bilder meine.

So sieht das Bild ohne Bearbeitung aus. Der Rohling direkt von der SD Karte.

 

Und jetzt die leichte Bearbeitung – Weißrauschen entfernt, das gesamte Bild ein wenig dunkler gemacht – es war stockdunkel – und die Farbe leicht erhöht – je nach dem, wie das Nordlicht wirklich am Himmel erschien.

So hab ich das Nordlicht erlebt und gesehen. Und so möchte ich die Nordlichter auch auf den Bildern sehen.

 

 

Wir hoffen, dass ihr mit diesen sehr einfachen und auch einfach ausgedrückten Tipps für eure Nordlicht Fotografie gewappnet seid. Ich hoffe, ihr macht schöne Fotos und könnt die Nordlichter so auch zu Hause immer wieder erleben.

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