Nordlicht Jagd in Reykjavik – Die Aurora Borealis von ihrer schönsten Seite

Das Wetter und die Nordlichter

 

Wir saßen keine 10 Minuten im Flybus zu unserem Hotel, da checkte ich vorsichtshalber meine Emails bzgl. unserer gebuchten Nordlicht Tour am selbigen Abend.

Da ich immer auf http://en.vidur.is die Aktivität der Aurora Borealis und den Wolkenlauf verfolge, hatten wir eine Vorahnung. Vor allem da der Süden, gerade Keflavik sehr bewölkt war und es auch nicht besser zu werden schien.

Und es sollte sich unsere Befürchtung bestätigen. Leider bekamen wir eine Absage für die Tour aufgrund von schlechten Wetterbedienungen.

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Wir waren sehr enttäuscht, da gerade heute eine Stärke von KP.6 vorhergesagt wurde (Stufe 0-9; 6 bedeutete also „sehr aktiv“)

 

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Wir konnten es also nun nicht ändern und änderten so unsere Pläne für den Abend.

Da wir es die letzten beiden male in Reykjavik nicht zum Perlan, einem alten Wasserspeicher der Stadt, der in ein Restaurant mit Cafe und einer Aussichtsplattform umgebaut wurde, geschafft hatten, wollten wir den Abend dort etwas Essen.

 

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Wir machten uns somit vom Hotel auf in Richtung Perlan. Dieser war ca. 30min zu Fuß entfernt.

Vorsichtshalber nahm ich aber meine Kamera mit Stativ mit. Wir wollten uns an diesem Abend einfach nicht damit abfinden, die Nordlichter nicht zu sehen.

 

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Auf dem Weg stellte ich die Kamera ein wenig ein und schoss eine paar Probefotos.

 

Der Perlan

 

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Der Perlan ist umgeben von einem kleinen Waldstück und liegt am nationalen Flughafen von Reykjavik. Aufgrund der Beleuchtung um das Gebäude hatte ich ein wenig Sorge, dass es vielleicht zu Hell sein könnte.

So gingen wir erst einmal direkt auf die Aussichtsplattform und ich machte ein paar Fotos der Stadt im dunkeln, bzw mit der gerade schon untergegangenen Sonne.

 

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Da wir es aber noch sehr früh hatten, keine 20:00 Uhr, besuchten wir das Restaurant, da wir beide sehr hungrig waren.

 

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Das Innere des Gebäudes ist sehr stilvoll und das Restaurant eher gehobene Klasse.

 

Das Restaurant des Perlan

 

 

Wir bestellten uns etwas zu Essen und hofften darauf später ein wenig das Nordlicht zu sehen.

 

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Das Restaurant, bzw die Fläche auf der die Tische stehen, dreht sich einmal um 360 Grad. Zwar sehr langsam, aber es ist dennoch ein komisch Gefühl.

Man kann das Restaurant aber wärmstens empfehlen. Eine sehr schöne Karte und vor allem für Fischesser sehr gut geeignet. Aber es ist nicht gerade günstig.

 

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Nach dem Essen machten wir uns wieder fertig, zogen uns an und gingen wollten wieder auf die Aussichtsplattform.

Kurz bevor wir gehen wollten, wurde ich von dem Oberkellner angesprochen, da er meine Kamera sah, und sagte mir, dass heute ein guter Tag wäre, da die Aktivität hoch sei und wir von hier gute Chancen haben.

Ich fragte ihn noch bevor wir gingen, wie lange sie denn die Aussichtsplattform geöffnet haben. Er zwinkerte mir zu und meinte, bis der letzte Gast gegangen ist.

Nun wären wir erst recht gespannt, ob wir was sehen würden.

 

Nordlichter am Himmel über Reykjavik

 

Wir harrten eigentlich auch nur sehr kurz aus und dann sah meine Frau am Horizon etwas grünes. Für meine Augen war es nicht wirklich sichtbar, aber ich stellte die Kamera aus und drückte den Auslöser.

Und siehe da, da war doch wirklich etwas grünes am Himmel. Nur sehr klein und weit weg, aber mehr als wir eigentlich für heute Abend erwartet hatten.

Da hatte der Gute Mann doch tatsächlich recht gehabt.

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Nach und nach wurde der Streifen über der Bucht von Reykjavik dicker und deutlich mit den Augen sichtbar.

 

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Wir freuten uns tierisch darüber und waren sehr froh, hierhin gegangen zu sein.

 

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Leider war die Wolkendecke über der Stadt zu dick, dass wir mehr sehen konnten, als den kleinen Streifen.

 

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Aber der isländische Wettergott „Thor“ war sehr gutmütig mit uns und die Wolken lösten sich tatsächlich auf.

 

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Nun war für uns ersichtlich, dass der Streifen vom Meer aus einmal über die Stadt führte.

 

 

Und das Beste an der Sache war, dass er immer breiter und das Grün immer besser sichtbar wurde.

 

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So machte ich ein paar Aufnahmen von dem herrlichen Streifen, der sich über die Stadt ausbreitete.

 

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So deutlich waren sie Anfang des Jahres über der Stadt nicht zu sehen, wie heute Abend und wir waren einfach begeistert. Wir durften die Nordlichter wieder einmal erleben. Und das auf eigene Faust.

 

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Dann wurde aber leider der Streifen wieder etwas heller und es schien so, als würde die Show nun langsam enden

 

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So packten wir unsere Sachen zusammen. Wir waren wirklich froh, dass wir etwas sehen konnten, obwohl auch über Reykjavik mit einer dicken Wolkendecke gerechnet wurde und alle Touren für den Abend abgesagt wurden.

 

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Wir wollten uns also auf den Weg zurück zu Hotel machen. Ich hatte die Kamera aber noch auf dem Stativ, da ich hoffte, auf dem Weg noch Fotos machen zu können. Auch wenn absolut nicht danach aussah.

Aber dann waren wir in dem Waldstück vor dem Perlan. Meine Frau blickte in den Himmel und sagte zu mir: „Guck mal nach oben, da wird es wieder Grün“.

Ich habe mit dem Auge aber nicht wahrnehmen können, stellte aber trotzdem die Kamera auf und positionierte sie. Auch das Handy hatte ich in der Hand.

Und dann geschah etwas, was wir vorher noch nie erlebt haben.

Wir bekamen eine Show geboten, die wir in den 3 Nordlichttouren, ob nun geführt oder selber, noch nicht erlebt hatten.

Es zog erst ein grüner Streifen über uns auf, der, wie auf vielen Videos im Netz zu finden, anfing zu tanzen und seine Form in Sekundenschnelle veränderte.

 

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Ich versuchte sofort Fotos mit der Spiegelreflexkamera und dem Handy zu machen.

Die Show war einfach einmalig.

 

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Erst ein wunderschöner Streifen…

 

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Der dann wie eine Blume aufging und in den Farben Weiß, Grün und Lila fürs Auge sichtbar erschien.

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Die Aurora Borealis fächerte immer weiter auf und tanzte unaufhörlich am Himmel über uns.

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Bis sich die Show dann auflöste.

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Über dem Perlan gelangt mir dann noch ein Foto, bis wirklich alles vorbei war.

Es war das schönste, was wir beiden als Naturschauspiel erleben durften. So klar und deutlich am Himmel. Direkt über uns in dem Moment, als wir in einem dunklen Waldstück waren, was nicht breiter als 200m ist.

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Nun noch ein paar Aufnahmen, die ich zeitlich mit dem Handy gemacht habe.

Hier kann man wirklich sehr gut sehen, wie die Lichter die Form und Fabre in kürzester Zeit veränderten.

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Auch meine Frau konnte ich kurz mit dem Licht aufnehmen. Man sieht auch, dass wir hier wirklich im dunklen standen.

 

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Es bot sich eine Lichtershow, die für uns einmalig war.

Es hat in diesem Moment wirklich alles gestimmt. Meine Frau wollte Richtung Hotel und wir waren am richtigen Ort in Reykjavik.

Wie es wohl über dem Perlan ausgehen hat, würde mich aber noch dringend interessieren, leider habe ich noch keine Bilder der Nacht im Netz finden können.

 

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Nach dem die Show vorbei war und die Lichter über uns verschwanden, machten wir uns auf den Weg zurück.

Aber es sollte noch weiter gehen.

 

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So wurden wir von den Lichtern auf unserem Weg zum Hotel begleitet.

 

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Das wir die Lichter so hell am Himmel sehen konnten, trotz der Lichter der Stadt, war auch einmalig. Normal sagt man, dass es dunkel sein muss.

 

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Aber wir hatten wohl einfach nur Glück und die isländischen Götter waren uns wohl gesonnen an diesem Abend.

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Wir schauten uns immer wieder um und sie tanzten und leuchteten fast den gesamten Weg zurück.

 

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Da wir unser Hotelzimmer im 6 Stock hatten und auch einen guten Blick hin zum Perlan, baute ich meine Kamera im Zimmer auf und hoffte, noch etwas aufnehmen zu können.

Ich denke auch, dass auf dem unteren Bild die Lichter aufgenommen worden sind, aber durch die Nähe zum Vollmond keine Farbe sichtbar war.

Und nach kurzer Zeit zog auch eine dicke Wolkendecke über der Stadt auf, so dass ich meine Kamera abbaute und ins Bett ging.

 

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Dieser Abend war wirklich einmalig und ich war sehr froh, dass wir die Entscheidung getroffen hatten, genau heute zum Perlan zu gehen.

Also wer auch immer in Reykjavik unterwegs ist, geht auf die Website http://en.vidur.is und guckt, wie die Aktivität in der Nacht ist. Ab KP.5 hat man sicher die Möglichkeit, bei einem wolkenlosen Himmel, die Aurora Borealis zu sehen.

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