Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen

Wir waren die letzten Jahre schon häufiger im Norden unterwegs. Haben mit Island unser Traum Reiseziel und mit Tromsø eine tolle Stadt im Norden gefunden. Tromsø bietet sich sehr gut für alle möglichen Nordlichtaktivitäten durch die besondere Lage im Nordlichtoval. Nun aber haben wir uns in den Kopf gesetzt noch etwas weiter zu gehen. Der Nordpol wäre doch zu weit, zu teuer und mit zu viel Aufwand verbunden. Da haben wir uns für eine andere Option entschieden. Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen.

Wie wird es wohl sein die nächsten Tage keine Sonne mehr zu sehen. Wir hörten viel davon, aber wie ist es, wenn man es selber erlebt. Keinen Sonnenaufgang und keinen Untergang. Nur ein bisschen Dämmerungslicht für ein paar Stunden.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Oder Svalbard? Oder Grumant?

Welcher Name ist denn nun eigentlich der richtige für die Insel im hohen Norden?

Eigentlich ist der Name der Inselkette Svalbard. So wird die Insel auch von den Menschen hier oben genannt. Spitsbergen, wie es norwegisch ist, ist nur eine Insel der Gruppe. Dort liegt auch Longyearbyen, Barentsburg und Pyramiden.

Im deutschen Sprachgebrauch hat sich aber für die gesamte Inselkette der Begriff Spitzbergen etabliert. Mit Svalbard werden sicher nur die Kenner etwas anfangen können.

Im russischen ist auch der Begriff Grumant für die Insel geläufig. Das stammt aus der alten Zeit, in denen die Menschen dachten, dass hier Grönland wäre bzw dieses Land mit Grönland verbunden war. Das war zu der Zeit als die Wikinger den Norden besiedelten und die Welt erkundeten.

Eine alte, verlassene russische Bergbausiedlung ist nach Grumant benannt, was an diese Zeit erinnern soll.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Die Wahl der richtigen Unterkunft

Spitzbergen und deren Stadt Longyearbyen am 78° N ist nicht gerade groß. Gerade einmal knapp 2000 Einwohner aus aller Welt leben und arbeiten hier. Da die Reisen in den Norden immer beliebter werden und auch durch die Linienflüge erschwinglich geworden sind, hat auch Spitzbergen eine Reihe von Unterkünften. Von Hostels bis Hotels unterschiedlicher Kategorien ist hier alles vorhanden. Es sind im Moment knapp 10 solcher Unterkünfte vorhanden.

Übrigens gibt es den Flughafen Longyear, ca 5km außerhalb der Stadt, seit ca. 1975. Vorher war es nur mit dem Schiff möglich, die Stadt zu erreichen. Das dauert ca. 3 Tage. Nun sind es nur noch 1.5 Stunden als Linienflug, Mit SAS aus Oslo mit Stop in Tromsø -täglich- und Oslo direkt mit Norwegian -2x wöchentlich.

Da wir nicht viele Tage in Spitzbergen hatten, wollten wir eine Unterkunft in Zentrumsnähe haben. Was irgendwie witzig erscheint, bei einer Stadtgröße von 1.6km x 1km. Aber das kann bei gefühlten -15 Grad ungemütlich werden. Daher unsere fiel unser Wahl auf das Hotell Svalbard Polfareren. 

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Hotell Svalbard Polfareren

Das Hotel liegt direkt an der Shoppingmeile von Longyearbyen und der Touristeninformation. 

Neben dem Hauptgebäude, das eine sehr tolle Lobby mit gemütlicher Sofaecke und Kamin bietet, gibt es noch ein Nebengebäude.

Svalbard Hotell – Nebengebäude

In der Lobby gibt es eine Bar und über einen Bildschirm werden einem die Daten von Spitzbergen angezeigt.  Die Daten enthalten Wetterdaten, Nordlichtaktivität, eine WebCam des Observatoriums und auch Touren werden dort angezeigt, die buchbar sind.

Das interessanteste ist aber die Anzeige, wann die Sonne wieder aufgeht. Das wird Sekundengenau angegeben.

Wichtig zu erwähnen. Sobald man das Hotel betritt hat an die Schuhe auszuziehen. Die kann man in einen extra Raum aufbewahren. In den Zimmern liegen aber Hausschuhe bereit.

Tage, Stunden und Sekunden bis die Sonne wieder zurückkehrt, Nordlichtaktivität, Wettervorhersage und sogar Touren die angeboten werden.

Infoscreens in der Lobby

Von der Lobby aus kommt man auch in den Frühstücksraum. Das Frühstücksangebot ist sehr reichhaltig. Das Hotel bietet einheimische Speisen, aber auch einen normalen internationalen Standart.

Abends ist dies auch ein Restaurantbereich.

Kaffee und Tee erhält man hier den ganzen Tag über kostenlos. Das kalte Wasser ist auch aus dem Wasserhahn trinkbar.

Die Zimmer im Hotell Svalbard Polfareren

Longyearbyen am Morgen

Wir hatten für die ersten beiden Nächte ein normales Doppelzimmer im Nebengebäude. Das Zimmer ist nicht das größte, aber sehr schön gelegen mit einer großen Fensterfront mit Blick auf den Fjord.

Für unsere unfreiwillige dritte Nacht in Spitzbergen hatten wir ein Superior Doppelzimmer. Dies war im Haupthaus im 2. OG. Dieses Zimmer war größer als das normale Doppelzimmer und bot auch eine Couchecke. 

Was absolut super in den Zimmer war, das sind die Betten. Die Boxspringbetten waren einfach bequem, oder wie Melli sagte, man schläft wie auf Wölkchen. 

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Ein Rundgang durch Longyearbyen

Farbenspiel in Longyearbyen

Eigentlich erwartet man nicht viel von einer Stadt, die gerade einmal knapp 2000 Einwohner hat.

“The unknown Miner”, direkt zwischen Supermarkt und Shopping Center

Aber Longyearbyen hat dafür einige Geschäfte, die vor allem auf die Touristen zugeschnitten ist. Hier gibt es ein paar Sport- und Outdoorgeschäfte und auch die üblichen Souvenir- und Dekogeschäfte. Und shoppen gehen kann man hier gut. Und man kann alles mit Karte zahlen, Kredit und Debit.

Stadtkarte von Longyearbyen

Viele Fragen sich sicher, wie es mit der Sicherheit hier in der Stadt steht. Gerade was die Gefahr durch Eisbären angeht. Die ganze Stadt von Longyearbyen bis zu den jeweiligen Stadtgrenzen ist ohne Gefahr die ganze Zeit betretbar, Erst ab der Außengrenze benötigt man einen bewaffneten Guide, oder wenn man sich etwas länger hier aufhält, kann man mit einem polizeilichen Führungszeugnis, auf englisch oder norwegisch, sich eine Waffe ausleihen oder kaufen. Dies ist zum reinen Eigenschutz.

Der einzige Supermarkt auf der Insel

Longyearbyens einziger Supermarkt darf hier natürlich auch nicht fehlen. 

Dort gibt es für Einwohner und Touristen alles, was man benötigt. Außer Baumaterial, aber dafür gibt es einen Baumarkt in Kraftwerksnähe.

Lebensmittel, die fast zu 100% hergebracht werden müssen, findet man hier in den Regalen. Da natürlich nicht jeden Tag ein Schiff mit Waren anlegt, kann es mal vorkommen, dass ein Produkt eine Weile nicht verfügbar ist. Gerade aber die weniger wichtigen, dafür aber leckeren Süßwaren sind hier teilweise extrem teuer. Wer also auf seiner Reise nicht auf eine bestimmte Süßspeise verzichten kann, der sollte sich damit im Vorfeld eindecken.

Neben Lebensmittel gibt es hier aber auch Waren des täglichen Bedarfs und auch Elektronik, Spielwaren, Deko uvm. 

Die Preise sind hier sind teilweise um ein vielfaches höher als am Festland.

Für Einheimische und Touristen mit gültigen Flugticket ist es möglich im Geschäft auch Alkohol zu kaufen. Dafür gibt es einen extra Bereich im hinteren Teil des Supermarkt.

Ausgenommen sind Angehörige von Schiffsbesatzungen und Touristen von Kreuzfahrtschiffen. 

Im weiteren Verlauf der Einkaufsstraße befindet sich noch eine Bank und die Post. Also alles sehr sehr zentral und eng beieinander.

Hier ist der Weg auch eine Fußgängerzone. Für Autos und andere Kraftfahrzeuge gibt es aber immer hinter den Geschäften genug Parkplätze.

Ein Shopping Center in Svalbard

Und zu unserem erstaunen wurde ein Shoppingcenter eröffnet. 

Links das Shopping Center, rechts Supermarkt, Mitte “the unkown Miner”, dahinter Post und Bank

Das Gebäude ist noch nicht komplett fertig bzw. Es sind nicht alle Geschäfte fertig und die obere Etage fehlt noch komplett. Im Erdgeschoss gibt es mehrere Outdoorgeschäfte und ein Deko – Schmuckgeschäft, sowie ein kleiner Kiosk und ein Café.

Wenn man dann weiter in Richtung des Fjord spaziert, kommt man von alleine zur Universität von Longyearbyen und zum Museum. Das war es schon. Zumindest was die Einkaufspassage angeht.

Geht man von der Uni nach Osten, dann durchläuft man ein Wohngebiet, geht man am Fjord entlang, kommt man nach 11km zum Kjell Observation.

Von der Uni in Richtung Westen kann man das Kraftwerk der Insel sehen, welches von der einzigen noch vorhandenen Kohlenmine versorgt wird. Sollte das Kraftwerk einmal ausfallen, muss die Insel innerhalb von kürzester Zeit evakuiert werden. Ohne das Kraftwerk gäbe es keine Heizung und ohne Heizung wäre es hier oben auf Dauer zu gefährlich. Strom wäre natürlich auch nicht mehr vorhanden.

In diese Richtung sind auch viele Firmen ansässig, der Hafen ist in die Richtung, sowie ein Autohaus und die einzige Tankstelle.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Das Wetter und Absage der ersten Tour

Bei Ankunft in Spitzbergen hatten wir einen ordentlichen Sturm über der Insel. Leider wurde somit unsere Tour für den Abend gestrichen. Gut, wer will auch bei Sturm mit einem Schiff den Fjord befahren. Wir sicher nicht.
Gesehen hätten wir bei den Wolken auch nichts.

So haben wir uns am ersten Abend aufgemacht und die Stadt erkundet. Das haben wir aber nur 1 Stunde ausgehalten. Schnee, Wind und aufgewirbelter Sand machten das ganze sehr ungemütlich. 

Warum der Sand? Der feine Sand entstand durch die Gletscher, als dieser damals die Felsen entlang ging. Normalerweise legt sich viel Schnee über den Sand und dann ist das kein Problem in der Stadt. Aber wir hatten nur minimalen Schnee auf der Insel. Der richtige Winter kommt erst noch.

Wir mussten dann unseren Spaziergang abbrechen und sind in ein Restaurant essen gegangen und haben den Abend dort ausklingen lassen. Für den folgenden Tag hatten wir schließlich ein straffes Programm. Erst eine Tour nach Pyramiden und dann Abends die nachzuholende Polarnachttour.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Eine Tour nach Pyramiden

Über die Tour nach Pyramiden haben wir bereits einen eigenen Artikel geschrieben. Den findet ihr hier:

Hier gibt es eine gekürzte Version (weniger Text und Bilder)

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Die Fjordcruise in Spitzbergen nach Pyramiden

Für die Fjordcruise in Spitzbergen nach Pyramiden rechneten wir mit ca. 3 Stunden. Es war am Morgen noch etwas windig und es wurde uns schon angekündigt, dass wir im Bereich des Sassenfjorden einen stärkeren Wellengang zu erwarten haben.

Kurz vor Pyraminden 

Und das war dann auch so. Nach gut 45 Minuten erreichten wir diesen Bereich und da wir Wind von Osten her hatten, aber in diesem Bereich keine Berge, die den Wind aufhalten könnten, peitschte der Wind das Wasser ganz schön auf.

Aber auch das war nach einiger Zeit überstanden. Es war für 10 Minuten ganz schön heftig, aber dann erreichten wir den Fjord nach Pyraminden, der von Bergen umgeben war. Also wieder eine angenehme Weiterfahrt.

Dann war es so weit und wir sahen ein paar Lichter am Horizont. Die Stadt Pyramiden zeigte sich in einem etwas grauen Schleier.

Nach 3 Stunden legten wir am Hafen von Pyramiden an und wurden von einem Bus empfangen. Ja, es leben und arbeiten noch Menschen hier, dazu gleich aber mehr.

Uns blieb ein wenig Zeit am Hafen, um ein paar Fotos zu machen, dann wurde unsere Reisegruppe von unserem neuen Guide Galya, von der Grumant Artic Travel Company, die hier die Tour in Pyramiden führen wird, übernommen. ´Dann steigen wir in einen Bus und fuhren keine 3 Minuten zum Ausstiegpunkt.

Fjordcruise in Spitzbergen nach Pyramiden – Ein Stadtrundgang durch Pyramiden

Wir wurden von Galya durch die Stadt geführt und wir hielten immer mal wieder an, um ein Stopp zu machen. Dann erklärte Sie der Reisegruppe etwas über Pyramiden, die bestimmten Gebäude und auch, wie viele Menschen jetzt hier leben und arbeiten.

Wir liefen also vom „Wahrzeichen“ Pyramiden in Richtung der bebauten Fläche. Vorbei an Kohleförderbändern, Leitungen und allem, was man nun mal braucht um Kohle zu fördern.

Leider war für die Stadtrundführung kein Besuch an der Mine selber geplant. Der Weg bis nach oben würde ca. 45 Minuten brauchen. Aber auch eine Besuch der Förderbänder am Fuße der Anlage war nicht möglich. Schade, wäre das doch genau das, was der Grund für Pyramiden ist. Die Kohleförderung. Aber man konnte alles gut sehen und auch festhalten.

Fjordcruise in Spitzbergen nach Pyramiden – Kantine, Sport- und Kulturhaus und das Hotel

Der Rundgang in Pyramiden führte uns in die alte Kantine. 

Alles wirkt hier, als wäre alles Hals über Kopf verlassen worden. Selbst die Pflanzen wurden ihrem Schicksal überlassen.

Von der Kantine ging es nun zum Sport- und Kulturhaus. Dort waren ein Kino, Musikräume, Sporthalle und auch Kunsträume für die Einwohner vorhanden

Gerade die Sporthalle mit den noch vorhandenen Bällen wirkt sehr skurril. Wie gesagt, Hals über Kopf – und ein wenig gespenstig. Gerade durch die durchgehende Dämmerung bzw. Immer dunkler werdende Umgebung.

Dann gingen wir in Richtung Hotel. Das einzige wirklich bewohnte Gebäude in Pyramiden. Dort leben die „Einwohner“ der Stadt und es können sich auch Touristen Einbuchen.

Wie sollte es auch anders sein, gibt es natürlich hier ein Souvenirgeschäft. Aber verständlich, ist dies ja auch ein besonderer Ort.

Nebenan befindet sich eine kleine Bar mit russischen Getränken und selbst gemachten Gebäck. Das übriges sehr sehr lecker war.

Wichtig, Kartenzahlung ist hier nicht möglich Wie auch. Es gibt kein Internet, keine Telefon. Daher ist es wichtig Bargeld mitzunehmen. Ob nun Dollar, Euro oder NOK ist dabei egal.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Eine Polarnacht Fjordcruise 

Für den Abend hatten wir mit dem selben Anbieter eine Tour in die Nacht hinein. So konnten wir auf dem Schiff verweilen und mussten nur auf die neuen Gäste warten.

Über die Tour haben wir einen eigenen Artikel geschrieben, den ihr hier findet.

Hier gibt es eine gekürzte Version (weniger Text und Bilder)

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Northern Lights Polar Night Fjordcruise

Wir fuhren mit nur 4 Passagieren noch nicht ganz aus dem Hafen in Richtung Isfjorden, da konnten wir schon ganz leicht die Aurora sehen. Denn typisch nordisch klarte der Himmel nun komplett auf und es waren nur noch Sterne am Himmel und die ganz schwer zu erkennende Aurora Borealis.

Und wir sollten an diesen Abend Glück mit der Aurora haben. Sie zeigte sich in südlicher Richtung am Horizon. Erst etwas leicht, dann wurde sie ein bisschen stärker. 

Man konnte das grün und auch das höher gelegene rot der Nordlichter sehr gut erkennen. 

Das ist das gute hier oben. Es ist einfach komplett dunkel. Und wir hatten Neumond zu dieser Zeit.

Northern Lights Polar Night Fjordcruise – Eine tolle Nordlichtshow 

Im Gegensatz zu den Nordlichtern, die wir bisher gesehen haben, ist die Sichtung meistens im Süden. Das liegt daran, dass das Nordlichtoval um den Breitengrad von Tromsø liegt.

Das heißt aber nicht, dass hier die Nordlichter nicht auch über Kopf erscheinen können.

Wir hielten an der Bucht hinter Grumant und standen dort fast still, so konnten wir tolle Fotos der Nordlichter machen.

Kurz vor Abfahrt aber kam die Aurora richtig in Fahrt. Eigentlich fuhren wir schon wieder in Richtung Hafen, aber der Kapitän stoppte und schipperte langsam wieder zurück zur Bucht. So dass wir das Schauspiel noch länger erleben durften.

Dann war das Schauspiel eigentlich zu Ende. Aber auch nur eigentlich. Von Westen her kommend zog das Nordlicht erneuet auf und begleitete uns bis zum Hafen von Longyearbyen.

Dabei war es auch direkt über Kopf gut sichtbar. Nur die Wolken verhinderten eine gute Sicht auf das sehr starke Licht der Aurora.

So ging ein wunderschöner Tag mit tollen Eindrücken und unglaublichen Bildern zu Ende. Nach aber fast 16 Stunden auf Tour waren wir froh, als wir ins Bett gehen konnten.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Gestrichener Flug und eine tolle unfreiwillige weite Nacht in Longyearbyen

Unsere Reise mit dem Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen sollte eigentlich am heutigen Tage vorbei gehen.

Daher nutzen wir den Vormittag, um ein paar Souvenirs für uns und Freunde/Familie zu besorgen. Nach Spitzbergen kommt schließlich nicht jeder und wir wohl auch erst einmal nicht mehr.

Die Geschäfte haben wir euch ja schon vorgestellt. Kaufen kann man übrigens überall. Die Preise unterscheiden sich nicht und auch der Flughafen ist nicht günstiger. Findet ihr etwas, dann könnt ihr es auch direkt mitnehmen.

Nun hieß es Abschied nehmen von Longyearbyen. Der Flybussen, der passend zu den Flügen fährt, Aushänge mit den Zeiten gibt es in den Hotels, holte uns pünktlich ab und wir fuhren die 5 Minuten zum Flughafen. 

Flybussen Svalbard

Für alle die, die Angst haben den Bus zu verpassen, keine Sorge. Der wartet auf die Touristen. Zahlbar im Bus und das auch mit Karte. Vom Hotel holt der Bus die auch immer zu den passenden Zeiten ab.

Am Flughafen Longyear

Kurz eingecheckt und dann hieß es warten. Wir hatten schon die Information erhalten, dass der Flug eine Stunde Verspätung hat. Ok, kann man verkraften. Wir machten es uns am Flughafen gemütlich und warteten.

WLAN am Flughafen

Ganz interessant ist, dass man auch hier 2 Stunden freies WLAN hat. Ein kurzer Klick und schon ist man drin. Und das auch sehr schnell.

Und dann kam das, was man eigentlich nicht haben möchte.

SK4425 canceled.

Aber hier eine Nacht länger zu bleiben, ehrlich? Da gibt es sicher schlimmeres. Aber erst einmal weiter warten.

Ok, dann hoffen wir mal auf Info von SAS. Die kam dann auch prompt und man teilte uns mit, dass der Flug nicht stattfinden kann, da die Crew durch die Verspätung in Oslo über ihrer Flugzeit liege. Man kümmere sich aber.

Gut, wir waren gespannt, wie man hier nun mit uns umgehen sollte. Aber es lief alles reibungslos. Wir bekamen unser Gepäck wieder und wir mussten uns kurz am Check In melden, wie viele Personen zusammen reisen. Also bei uns 2. Telefonnummer für den Notfall angegeben und dann hieß es zurück mit dem Bus kostenlos zum Hotel.  

Und es war das selbe Hotel. Daher die dritte Nacht in dem größeren Zimmer und das auf kosten von SAS. Das lief sehr gut und war eine gute und unkomplizierte Lösung.

Leider mussten wir noch später unseren Flug für Freitag umbuchen, da wir um 16:10 ab Tromsø geflogen wären, aber erst um 16:20 landen würden.

Aber auch hier war die Lufthansa einfach nur klasse. Flug umgebucht über Kopenhagen nach Frankfurt einen Tag später. Privat und beruflich mussten wir zwar noch einige Dinge klären, aber auch das ging sehr gut.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Nordlichtjagd in Longyearbyen

Da waren wir nun wieder im Hotel. 17 Uhr. Es war dunkel und wir hatten absolut nichts geplant. Wie auch, sollten wir doch eigentlich die Nacht eine Tour in Tromsø haben. Die musste auch leider gecanceled werden.

Da wir einen tollen und klaren Sternenhimmel über der Stadt hatten, haben wir uns auf den Weg gemacht und sind etwas außerhalb der Stadt in Richtung Osten raus aus der Lichtverschmutzung spaziert. Mit dabei natürlich die Kamera. Wir hatten ja gehört, dass man hier die Nordlichter auch tagsüber sehen kann. Ok, es war später Nachtmittag. In der Dunkelheit kommt man schon mal durcheinander.

So gingen wir nur ein wenig in Richtung Osten den Berg hinauf, wo auch noch die Siedlung vorhanden war. Kurz nach Verlassen der letzten Lichtquellen stellten wir unsere Kamera auf und machten die ersten Fotos.

Und nach der zweiten Aufnahme konnten wir die ersten Nordlichter aufnehmen. Sichtbar mit dem Auge waren sie am Himmel knapp über dem Bergkamm zu erspähen.

Das ganze dauerte leider nicht lange und wir sind zurück zum Hotel gegangen. Insgesamt waren wir gute 1 1/2 Stunden draußen, inkl. Spaziergang und Standortwechsel.

Übrigens ist es sehr komisch im dunkeln außerhalb der Stadt zu stehen. Auch wenn man am Rande der Stadt steht und die Huskies des nahegelegnen Touranbieters heulen, hat man ein mulmiges Gefühl. Die Warnungen vor Eisbären gibt es ja nicht umsonst.

Da wir noch nichts gegessen hatten, zogen wir uns erst einmal um und gingen in ein Restaurant.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen  Nordlichter in Longyearbyen

Nach dem Essen haben wir uns noch in die Lobby des Hotels gesetzt und etwas getrunken. Durch den Monitor in der Lobby konnten wir sehen, dass die Aktivität hier auf Spitzbergen extrem ansteigen und vom Observatorium gute Nordlichter eingefangen worden sind. Dies befindet sich ca. 11km außerhalb von Longyearbyen.

Wir machten uns also auf ins Zimmer und zogen uns an für die Suche nach den Nordlichtern.

Etwas außerhalb der Lichtquellen, keine 500m vom Hotel entfernt, hatten wir einen guten Platz gefunden und stellten die Kamera am Hang des Bergkammes auf.

Die erste Sichtung war auch direkt bei Ankunft. Wir haben jetzt schon schöne Nordlichter in Longyearbyen – Spitzbergen gesehen und auf der Kamera aufnehmen können.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen  Nordlichter in Longyearbyen

Leider verschwanden die Nordlichter dann für eine ganze Weile.

Es dauerte eine gute halbe Stunde, dann war auch am Himmel wieder etwas Aktivität zu erkennen. Ich gehe davon aus, dass die Nordlichter die ganze Zeit da waren, aber durch die Bergkuppen keine Sichtung möglich war. Und wenn die Aktivität nicht sehr hoch ist, wäre es schwierig sie von hier aus zu sehen. 

Und alleine über die Bergkuppe, ohne Waffe, ohne Ortskenntnis? Auf keinen Fall.

Spitzbergen liegt zu weit nördlich vom Nordlichtoval. Was natürlich nicht bedeutet, dass man sie hier nicht gut sehen könnte, bzw. bei einer normalen Aktivität die Sichtung meist auf Höhe des Horizont liegt. Wird sie stärker, geht sie sowohl in nördliche, als auch in südliche Richtung.

Am Horizont konnte man mit der Kamera wieder ein paar Nordlichter einfangen, das ganze aber relativ schwach. Gerade durch das Licht der Stadt war nur bedingt etwas zu erkennen. Nur die Kamera nahm etwas auf.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen Nordlichtfeuerwerk in Longyearbyen

Mit etwas Geduld und guten Outdoorsachen konnte man die Kälte gut ertragen und das Nordlicht kam auch wieder zurück.

Erst sehr zaghaft. Dann aber wurde es immer stärker und es tanzte direkt vor den Augen über der Stadt. 

Die wunderbaren Nordlichter nahmen ihren Lauf. Man konnte nun das grün, weiß, lila und rot sogar gut erkennen. Interessant war hier in Spitzbergen, dass man das höhergelegene rote Licht immer sehr gut erkennen konnte.
So hell erschien das Nordlicht am Himmel.

Und das über der Stadt Longyearbyen.

Über gut 30 Minuten zog sich dieses Schauspiel hin, bis es am Horizont verschwand und nur noch durch die Kamera aufzunehmen war.

Das waren unsere Nordlichter in Longyearbyen. Durch einen gestrichenen Flug haben wir die tolle Nacht mit Nordlichtern gehabt und mussten dafür nicht weit laufen.

Unser extra Artikel über diese Nordlicht Nacht, gibt es auch bei uns im Blog.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Die Polarnächte

Jedes Abenteuer geht einmal zu Ende. So auch unser Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen. Wir gingen noch ein bisschen durch die Stadt und ließen die Gegen auf uns wirken.

Und ja es war kalt. Aber ein Foto ohne Mütze musste mal sein.

Am Anfang der Reise stellten wir uns selber die Frage, wie es sein wird, drei Tage lang keine Sonne zu sehen. Nun sind es keine 3 Tage geworden, sondern insgesamt 5 Tage ohne Sonnenschein.

Gestartet in Tromsø mit einem Sonnenuntergang gegen Mittag sahen wir sie vorerst das letzte mal. Während der Tage in Spitzbergen und auch auf der Tour nach Pyramiden kamen wir nur in den Genuss ein wenig Dämmerungslicht zu haben. Diese Zeit reicht von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr, dann wird es schnell wieder dunkel.

Die Sonne kommt zu dieser Jahreszeit nicht mehr über den Horizont. Das nennt man dann auch Polarnacht.

Und wir müssen sagen, dass es natürlich interessant ist. Aber auch verdammt ungewohnt. Wir hatten dieses Gefühl jetzt nur ein paar Tage. In Spitzbergen geht die Sonne erst in 98 Tagen (vom heutigen Datum gesehen) auf. Das ist eine ganz schön große Belastung für Körper und Seele.

Für uns war es eine tolle Erfahrung und ich zolle allen Menschen Respekt, die hier oben Arbeiten und Leben. Spitzbergen ist nicht die Lebensfreundlichste Umgebung, schön aber hart.

Abenteuer Arktis – 4 Tage in Spitzbergen – Die Abreise mit einem Gruß der Nordlichter

Dann hieß es für uns raus aus der Arktis. Der Rückflug verlief dieses mal planmäßig. Also wieder rein in den Bus, zum Flughafen, einchecken und warten. Warten auf das Flugzeug, was uns nach Tromsø bringen sollte.

Kurz nach dem Start machte uns das Nordlicht ein tolles Abschiedsgeschenk. 

Wir durften während der gesamten Flugzeit die Nordlichter tanzen sehen. Sie begleiteten uns vom Start aus, nach dem wir durch die Wolkendecke geflogen sind, bis zum Sinkflug auf den Flughafen Tromsø.

Mit einer Objektivblende für Fenster und einem Schal gelangen die Aufnahmen

Eine bessere Verabschiedung von Spitzbergen konnte man nicht haben. Es wird für uns in sehr guter Erinnerung bleiben. Auch wenn viel schief gelaufen ist während des gesamten Trips in den Norden, war dieser Abschnitt ein sehr spannender. 

Kohlengrubenförderband im Nachthimmel

Svalbard, du wirst uns nicht zum letzten mal gesehen haben.


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Comments

  1. Oh ich will auch! Jetzt steht es fest Spitzbergen ich muss Dich auch unbedingt besuchen (trotz – 15 Grad😳) Danke für die vielen Tipps! LG Marina

    1. Kann ich gut verstehen. Ich musste nicht lange überlegen, als wir uns für eine weitere Reise in den hohen Norden entschieden haben.

      LG Sebastian

  2. Ach toll. Ich hab auch schon länger vor mal nach Spitzbergen zu reisen. Die Kälte finde ich persönlich auch gar nicht so schlimm. Lohnt es sich denn für 4 Tage? Ist vermutlich ein schöner Teaser, damit man noch einmal wiederkommt, oder?
    Lg Miriam

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