Plovdiv – die Kulturhauptstadt Europas 2019

Die Kulturhauptstadt Europas 2019

 

Plovdiv, die zweitgrößte Stadt Bulgariens und eine der ältesten Städte der Welt und bald Kulturhauptstadt Europas.

Erste Siedlungsspuren stammen aus dem 6 Jahrhundert v.Cr. und später siedelten bzw. eroberten auch die Thraker, die Römer und die Osmanen die Stadt.

Aber das soll es auch geschichtlich gewesen sein. Was zählt ist der Eindruck, wie sich die Stadt in der heutigen Zeit gibt.

Persönlich kannte ich die Stadt gar nicht und hatte auch keine Informationen gesammelt. So bin ich dann sehr neutral an diesen Tagestrip gegangen.

 

Die Stadt wird im Jahr 2019 die europäische Kulturhauptstadt sein, zusammen mit Matera in Italien.

Die Werbung hierfür findet man in der gesamten Stadt und man scheint darauf sehr stolz zu sein.
Wenn man sich die Geschichte der Stadt, die sich über Jahrtausende zieht kann man dies nachvollziehen.

 

Ankunft in Plovdiv

 

Aber erstmal der Reihe nach.

 

So fuhren wir von der Autobahn ab und zuerst durch ein Industriegebiet, welches vor den Toren der Stadt an einer Hauptstraße gelegen ist.

Nach kurzer Zeit erreichen wir dann auch die Innenstadt von Plovdiv. Die Gebäude sind hier auch in dem typischen bulgarischen Stil erbaut und wirken so, als würde man eine Zeitreise zurück ins Jahr 1970 machen.

 

Die Häuser im Aussenbezirk, also rund um die Altstadt und Neustadt, wirken alle eher renovierungs- bzw sanierungsbedürftig, aber das ist hier einfach normal. Für einen Westeuropäer, der sich nicht mit dem Balkan auskennt, wirkt es aber dennoch wie die bereits oben erwähnte Zeitreise.

 

Vom Außenbezirk ging es für uns über den Fluss Mariza, der die Stadt in 2 Stadteile teilt.

 

 

Das interessante an der Brücke, die über den Fluss führt, ist, dass sich hier Geschäfte auf der Brücke angesiedelt haben.

 

 

Die Geschäfte, die man hier vor findet, sind eher dem 1€ Bereich – Flohmarkt – Billigware einzuordnen, wenn man einen Vergleich mit unseren Geschäften ziehen möchte. Für Schnäppchenjäger sicherlich eine Interessante Shoppingmeile, für mich persönlich war hier nichts zu holen, bzw nichts was mich interessiert hätte.

 

 

Die Einkaufsstraße

 

Dann ging unser Ausflug weiter in Richtung der wirklichen Einkaufsstraße. Hier reihen sich Geschäft an Geschäft. Alles für mich keine bekannten Geschäftsnamen, aber doch modischer und hochwertiger, als die Brückengeschäfte.

 

 

Hier wirkt die Stadt auch moderner und schöner, als das, was wir zuerst sehen durften.
Neben den Boutiquen gibt es hier auch unendlich viele Snackbuden, die alles mögliche zu Essen anbieten. Verhungern wird man in dieser Stadt jedenfalls nicht. Und, das ist das tolle an Bugarien, es ist wirklich lecker und unheimlich günstig.

 


 

Aber es ging ja weiter. Wir hatten noch einen kleinen Fussweg bis zur Altstadt vor uns. Das war ja auch unser eigentliches Ziel hier in Plovdiv.

Vorbei führte uns der Weg an einer türkischen Moschee. Wie bereits erwähnt, wurde die Stadt auch einem vom osmanischen Reich erobert.

 

 

 

Römische Geschichte

 

Und auch die Römer haben die Stadt lange Zeit besetzt und in ihrer Provinz Macedonia eingepflegt.

Man fand hier vor Jahren bei Ausgrabungen in der Stadt einige römische bauten. Mitten in der Einkaufsstraße befand sich vor über 2000 Jahren ein Stadion, in dem die Römer ihre Spiele abhielten, die angelehnt an die Olympischen Spiele aus Griechenland waren.

 

 

Ausgegraben wurde aber lediglich ein Teil der Rundtribüne und des Aquäduktes, welches sich vor dem Stadion befand.

 

 

 


Sehr interessant finde ich das eingebettete Restaurant/Cafe mit Blick auf die alte Tribüne.
Verständlich ist, das hier nicht mehr ausgegraben wird, da sonst ein großer Teil der Innenstadt abgerissen werden müsste.

Das Stadion reicht mit seinen Tribünen und seiner Kampfbahn weit in das bebaute Gebiet der Stadt hinein. Die römischen Bauten wurden hier auch mehr durch Zufall gefunden, da viel unter einer 5-15m dicken Erdschicht lag.

 

 

Wenn man jetzt das Modell mit den Bildern oben vergleicht, versteht man, warum nicht weiter gegraben werden kann. Nur die Rundtribüne und ein kleiner Teil es Aquäduktes sind frei, vielleicht 5% des gesamten Stadions. Der Rest liegt unter den Geschäftsgebäuden der Innenstadt.

 

 

Die Altstadt – Der Hügel Nebet Tepe

 

Nun sollte uns der Weg aus der Innenstadt weg zur Altstadt führen. Dafür muss man dazu sagen, dass sich die Altstadt auf dem Hügel Nebet Tepe befindet. Plovdiv ist eine Stadt die im Zentrum 3 Hügel beherbergt, bzw die bebaut wurden.

Der Hügel Nebet Tepe ist sehr geschichtsträchtig. Auch hier befinden sich Gebäude aus allen möglichen Jahrhunderten des kürzlichen Vergangenheit. Die Römer, Die Mazedonier, Thraker, die Osmanen nutzen diese Stadt in ihren Zeitepochen meist als Handelsmetropole. Dadurch blühte die Stadt auch auf und war immer ein wichtiger Bestandteil der Geschichte.

 

 

Um in die Altstadt zu gelangen, muss man ein paar Stufen erklimmen, an einer der vielen Kirchen der Stadt vorbei und schon steht man auf sehr alten, von Menschen erschaffenen Boden.

Die Stadt ist gut ausgeschildert und so findet man auch alle Sehenswürdigkeiten ohne Probleme.

 

Und das erste was man sieht, ist ein Amphietheater der Römer mit einer grandiosen Aussicht. Wen wundert es nicht, dass die Römer genau diesen Platz gewählt haben.

 

 

Auch heute finden hier immer noch Konzerte, Theateraufführungen und sonstige Dinge statt, die man dann unter der Freiluft genießen kann. Ich kann mir gut vorstellen, dass das in einer warmen Sommernacht sehr schön sein kann.

 

 

Der Ausblick ist einfach der Hammer. Jetzt ein kleines Konzert und ein toller Sonnenuntergang und schon hat man einen schönen Abend.

 

 

 

Auf dem gesamten Hügel und somit der Altstadt befinden sich etliche alte Gebäude aus den letzten 2 Jahrhunderten, in den bulgarische Schriftsteller, Philosophen und mehr gelebt und gearbeitet haben.

An allen wichtigen Gebäuden, ja, man wird sie einfach erkennen, hängen Schilder mit Erklärungen, wer dort gelebt hat und wann. Meist in englisch und bulgarisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Was hier aber natürlich auch nicht fehlen darf? Richtig, die obligatorischen Souvenirshops.

 

Und für internationale Gäste und vor allem Backpacker gibt es hier etliche Gästehäuser, Bed&Breakfast und auch Hotels und das ab 10€ pro Nacht. Auch in der Altstadt.

 

 

 

Nun kommen wir aber noch zu einer Festung bzw den Ruinen der Festung auf dem Hügel Nebet Tepe.

 

Die Festung wurde strategisch sehr gut gewählt, da man hier fast einen 360 Grad Blick auf die komplette Umgebung hat und die Anhöhe auch schwer einnehmbar war. Leider sind hier wirklich nur noch Ruinen vorhanden, so kann man die Größe nur erahnen.

Wer diese Festung hier erbaut hat, ist mir auch nach Sichtung des Info Schildes nicht wirklich klar.

 

 

Man bekommt aber eine tolle Aussicht geboten. Hier sieht man, dass die Stadt mit knapp 370.000 Einwohnern flächenmäßig sehr groß ist.

 

 

Der eine wird sagen, dass die Stadt östlichen Charme hat. Der andere wird sie einfach nur hässlich finden.

Ich lasse euch nach den Bildern beurteilen und halte meine Meinung etwas zurück. Ich sage nur, dass die Altstadt sehr schön ist und viel zu bieten hat und deswegen ein Besuch wert ist, wenn man denn hier in der Gegend gerade zu gegen ist.

 

Aussicht auf die Stadt

 

Zum Abschluss meines Berichtes über die Kulturhauptstadt 2019 Plovdiv noch ein toller Blick auf die Altstadt auf dem Nebet Tepe.

 

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